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 Bekanntmachung über die Einzelheiten der Verfahren zur automatischen Ausstrahlung von Lande- und Startinformationen (ATIS)

vom 28.06.2013 (NfL I –153/13)

Aufgrund des § 26a Abs. 3 der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 27. März 1999 (BGBl. I S. 580), die zuletzt durch Artikel 3 des Gesetzes vom 8. Mai 2012 (BGBl. I S. 1032) geändert worden ist, gibt das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hiermit die Einzelheiten der Verfahren bekannt, die im Hinblick auf die automatische Ausstrahlung von Lande- und Startinformationen (ATIS) zu beachten sind:

I.    Begriffsbestimmung

Im Sinne dieser Bekanntmachung gelten die folgenden Begriffsbestimmungen:

1.    "automatische Ausstrahlung von Lande- und Startinformationen (ATIS-Meldung)": die automatische Übermittlung aktueller Routineinformationen an ankommende und abfliegende Luftfahrzeuge während des ganzen Tages oder während veröffentlichter Sendezeiten; ATIS-Meldungen dienen der Reduzierung des Sprechfunkverkehrs und werden über die im Luftfahrthandbuch Deutschland veröffentlichten UKW-Frequenzen ausgestrahlt;

2.    "Datalink-ATIS (D-ATIS)": die Bereitstellung von ATIS-Meldungen über Datalink;

3.   "Sprach-ATIS": die Bereitstellung von ATIS-Meldungen mittels ständiger und sich wiederholender Sprach-Rundsendungen.

II. Verwendung der ATlS-Meldungen in gerichteten Abfrage/Antwort-Übermittlungen

Bei der Verwendung von ATIS-Meldungen in gerichteten Abfrage/Antwort-Übermittlungen ist Folgendes zu beachten:

1.    Luftfahrzeugführer sollen bei der Durchführung von Flügen nach Instrumentenflugregeln und, soweit möglich, auch von Flügen nach Sichtflugregeln vor Aufnahme des Sprechfunkverkehrs mit der zuständigen Flugverkehrskontrolle die automatischen Lande- und Startinformationen für den jeweiligen Flugplatz über die veröffentlichten UKW-Frequenzen einholen.

2.    Auf Anforderung des Luftfahrzeugführers sind im Einzelfall die entsprechenden ATIS-Meldungen von der zuständigen Flugverkehrsdienststelle zu übermitteln.

3.    Für die Erbringung von Sprach-ATIS-und/oder D-ATIS-Diensten gilt:

a. Der Luftfahrzeugführer hat den Empfang der Informationen bei Verbindungsaufnahme mit der Flugverkehrsdienststelle, die den Anflugkontrolldienst bereitstellt, mit der Flugplatzkontrolle oder mit dem Flugplatz-Fluginformationsdienst (AFIS) zu bestätigen und die Kennung der empfangenen Information zu bestätigen, um sicherzustellen, dass die letzte gültige Ausstrahlung empfangen worden ist.

b. Die zuständige Flugverkehrsdienststelle hat bei der Antwort auf die Bestätigung eines Luftfahrzeugführers, dass er eine ATIS-Meldung erhalten hat, dem Luftfahrzeugführer gegebenenfalls die aktuelle Höhenmessereinstellung mitzuteilen.

4.    Informationen. die in einer aktuellen ATIS-Meldung enthalten sind, deren Empfang von dem betreffenden Luftfahrzeugführer bestätigt wurde, brauchen in einer gerichteten Übermittlung an den Luftfahrzeugführer nicht mehr genannt zu werden, ausgenommen die Höhenmessereinstellung, die gemäß Nummer 3 Buchstabe b. bereitzustellen ist.

5.    Bestätigt ein Luftfahrzeugführer den Empfang einer ATIS-Meldung, die nicht mehr aktuell ist, sind dem Luftfahrzeug unverzüglich alle Informationen zu übermitteln, die zwischenzeitlich aktualisiert wurden; dies kann auch durch Verweis auf die aktuelle ATIS-Kennung erfolgen.

III. ATIS für ankommende und abfliegende Luftfahrzeuge

ATIS-Meldungen, die sowohl Informationen für ankommende als auch für abfliegende Luftfahrzeuge enthalten, müssen die folgenden Informationen in der angegebenen Reihenfolge enthalten:

1. Name des Flugplatzes;

2. Anflug- und/oder Abflugkennung;

3. Vertragsart, falls die Kommunikation über D-ATIS erfolgt;

4. das Wort "Information" und der Kennbuchstabe aus dem ICAO-Alphabet (Alpha, Bravo, etc.);

5. Beobachtungszeitpunkt, falls zutreffend;

6. Art des zu erwartenden Anflugs;

7. Betriebspiste(n) und, falls zutreffend, den Status der Flugzeugfangeinrichtung, die ggf. eine Gefahr darstellt;

8. ungewöhnlicher Zustand der Pistenoberfläche und ggf. Bremswirkung;

9. An- und Abflugverspätungen von 20 Minuten und mehr, falls zutreffend;

10. Übergangsfläche, falls anwendbar;

11. sonstige wichtige flugbetriebliche Informationen (z.B. Einschränkungen in der Benutzbarkeit der Pisten oder Anflughilfen, Bauarbeiten an oder nahe der Pisten, etc.);

12. Bodenwindrichtung und -stärke, einschließlich wesentlicher Schwankungen und, falls Bodenwindsensoren speziell für die Abschnitte der Betriebspiste(n) vorhanden sind und die Informationen von Luftfahrzeugführer angefordert werden, die Angabe der Piste und des Pistenabschnitts, für die die Informationen gelten;

13. Sicht und ggf. Pistensichtweite; (*)

14. aktuelle Wetterbedingungen; (*)

15. Wolken unterhalb 5 000 Fuß oder unterhalb der höchsten Sektorenmindesthöhe, wobei der größere Wert maßgebend ist; ggf. Wolkenarten: Cumulonimbuswolken (CB) oder Cumulus congestus (TCU); bei bedecktem Himmel die Vertikalsicht, falls verfügbar; (*)

16. Lufttemperatur;

17. Taupunkttemperatur;

18. Höhenmessereinstellung(en): QNH in vollen Hektopascalstufen, ggf. auch in Zoll/Inches unter Angabe von zwei Dezimalstellen;

19. alle verfügbaren Informationen zu bedeutenden Wettererscheinungen in den Anflug- und Startsteigfluggebieten, einschließlich Windscherung, und Informationen über die aktuellen Wetterbedingungen von flugbetrieblicher Bedeutung;

20. Trendvorhersage, falls verfügbar;

21. besondere ATIS-Anweisungen und

22. das Wort "Information" mit Wiederholung des Kennbuchstabens und das Wort „out“

IV. ATIS für ankommende Luftfahrzeuge

ATIS-Meldungen, die ausschließlich Informationen für ankommende Luftfahrzeuge enthalten, müssen die folgenden Informationen in der angegebenen Reihenfolge enthalten:

1. Name des Flugplatzes;

2. Anflugkennung;

3. Vertragsart, falls die Kommunikation über D-ATIS erfolgt;

4. das Wort "Information" und der Kennbuchstabe aus dem ICAO-Alphabet (Alpha, Bravo, etc.);

5. Beobachtungszeitpunkt, falls zutreffend;

6. Art des zu erwartenden Anflugs;

7. Hauptlandebahn(en) und, falls zutreffend, den Status der Flugzeugfangeinrichtung, die ggf. eine Gefahr darstellt;

8. ungewöhnlicher Zustand der Pistenoberfläche und ggf. Bremswirkung;

9. An- und Abflugverspätungen von 20 Minuten und mehr, falls zutreffend;

10. Übergangsfläche, falls anwendbar;

11. sonstige wichtige flugbetriebliche Informationen (z. B. Einschränkungen in der Benutzbarkeit der Pisten oder Anflughilfen, Bauarbeiten an oder nahe der Pisten, etc.);

12. Bodenwindrichtung und -stärke, einschließlich wesentlicher Schwankungen und, falls Bodenwindsensoren speziell für die Abschnitte der Betriebspiste(n) vorhanden sind und die Informationen von Luftfahrzeugbetreibern angefordert werden, die Angabe der Piste und des Pistenabschnitts, für die die Informationen gelten;

13. Sicht und ggf. Pistensichtweite; (*)

14. aktuelle Wetterbedingungen; (*)

15. Wolken unterhalb 5000 Fuß oder unterhalb der höchsten Sektorenmindesthöhe, wobei der größere Wert maßgebend ist; ggf. Wolkenarten: Cumulonimbuswolken (CB) oder Cumulus congestus (TCU); bei bedecktem Himmel die Vertikalsicht, falls verfügbar; (*)

16. Lufttemperatur;

17. Taupunkttemperatur;

18. Höhenmessereinstellung(en): QNH in vollen Hektopascalstufen, ggf. auch in Zoll/Inches unter Angabe von zwei Dezimalstellen;

19. alle verfügbaren Informationen zu bedeutenden Wettererscheinungen im Anfluggebiet, einschließlich Windscherung, und Informationen über die aktuellen Wetterbedingungen von flugbetrieblicher Bedeutung;

20. Trendvorhersage, falls verfügbar;

21. besondere ATIS-Anweisungen und

22. das Wort "Information" mit Wiederholung des Kennbuchstabens und das Wort „out“

V. ATIS für abfliegende Luftfahrzeuge

ATIS-Meldungen, die ausschließlich Informationen für abfliegende Luftfahrzeuge enthalten, müssen die folgenden Informationen in der angegebenen Reihenfolge enthalten:

1. Name des Flugplatzes;

2. Abflugkennung;

3. Vertragsart, falls die Kommunikation über D-ATIS erfolgt;

4. das Wort "Information" und der Kennbuchstabe aus dem ICAO-Alphabet (Alpha, Bravo, etc.);

5. Beobachtungszeitpunkt, falls zutreffend;

6. zu benutzende Startbahn(en) und, falls zutreffend, den Status der Flugzeugfangeinrichtung, die ggf. eine Gefahr darstellt;

7. ungewöhnlicher Zustand der Pistenoberfläche der zu benutzenden Startbahn(en) und ggf. Bremswirkung;

8. An- und Abflugverspätungen von 20 Minuten und mehr, falls zutreffend;

9. Übergangsfläche, falls anwendbar;

10. sonstige wichtige flugbetriebliche Informationen (z.B. Einschränkungen in der Benutzbarkeit der Pisten oder Anflughilfen, Bauarbeiten an oder nahe der Pisten, etc.);

11. Bodenwindrichtung und -stärke, einschließlich wesentlicher Schwankungen und, falls Bodenwindsensoren speziell für die Abschnitte der Betriebspiste(n) vorhanden sind und die Informationen von Luftfahrzeugbetreibern angefordert werden, die Angabe der Piste und des Pistenabschnitts, für die die Informationen gelten;

12. Sicht und ggf. Pistensichtweite; (*)

13. aktuelle Wetterbedingungen; (*)

14. Wolken unterhalb 5 000 Fuß oder unterhalb der höchsten Sektorenmindesthöhe, wobei der größere Wert maßgebend ist; ggf. Wolkenarten: Cumulonimbuswolken (CB) oder Cumulus congestus (TCU); bei bedecktem Himmel die Vertikalsicht, falls verfügbar; (*)

15. Lufttemperatur;

16. Taupunkttemperatur;

17. Höhenmessereinstellung(en): QNH in vollen Hektopascalstufen, ggf. auch in Zoll/Inches unter Angabe von zwei Dezimalstellen;

18. alle verfügbaren Informationen zu bedeutenden Wettererscheinungen im Startsteigfluggebiet, einschließlich Windscherung;

19. Trendvorhersage, falls verfügbar;

20. besondere ATlS-Anweisungen und

21. das Wort .Information" mit Wiederholung des Kennbuchstabens und das Wort „out“

VI. Inkrafttreten

Diese Bekanntmachung tritt am 22.08.2013 in Kraft.

NfL I – 96/08 wird zum gleichen Zeitpunkt aufgehoben.

 

 

(*) Diese Elemente werden durch den Ausdruck "CAVOK" ersetzt, wenn die folgenden Bedingungen zum Beobachtungszeitpunkt gleichzeitig gegeben sind: a) Sicht 10 km oder mehr und keine gemeldete Sichteinschränkung: b) keine Wolkenbedeckung von flugbetrieblicher Bedeutung und c) keine Wetterbedingungen von Bedeutung für den Luftverkehr.

 

Langen, den 28.06.2013

Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung

LFR/2. 1 0.1/0008-002/13

Im Auftrag



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